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zwar kein Flug, aber Pinguine gesehen! Drucken E-Mail
Geschrieben von Tomsky   
Montag, 3. Dezember 2007

der erste Call von ALE heute morgen lautete: zuviel Wind aber vor allem zu schlechte Sicht auf der (Eis-)Landebahn in Patriot Hills. Bis heute nachmittag keine Änderung, nächster Call 18:00. Das bedeutete für uns, dass wir den Tag zur freien Verfügung hätten und etwas unternehmen können.
Punta Arenas liegt an der Magellanstraße und etwa 70km von hier (Otway Bay) gibt es eine kleine Pinguinkolonie. Man fährt etwa 1,5 Std. bis dahin und im Moment ist Brutzeit. Fantastisch! Nachdem man die Stadt verlassen hat, biegt die Route auf eine Schotterpiste ab, der man ca. 40km folgt. Die Kolonie liegt in einem Reservat, es sind Wege angelegt, die zum Meer führen, wo sich die Pinguine aufhalten. Es sind Magellanpinguine, eine relativ kleine Art (verglichen mit den großen Königs- oder Kaiserpinguinen). Ich schätze sie sind etwa 45-50cm hoch. Nach etwa 800m auf angelegten Wegen kommt man ans Meer. Es wehte einer starker Wind, das Meer hatte Schaumkronen und es war recht frisch. Ich war jedenfalls froh, dass ich die Daunenjacke anhatte.
Um die Pinguine so wenig wie möglich zu stören ist am Strand eine Art Bretterverschlag aufgebaut. Dahinter kann man sich positionieren und durch die Bretter wunderbar Fotos schießen und die drolligen Vögel beobachten. Ich schätze es sind etwa hundert Tiere. Zwischen Meer und Land liefen sie hin und her, einige lagen im Sand und andere standen einfach nur herum. Besonders schön fand ich es wenn sich zwei gegenüberstanden und ein lautes Geschrei von sich gaben, wobei sie ihre Hälse zueinander reckten. Vom Wetter her war es zwar nicht gerade gemütlich hier (es ging ein starker Wind, ab an regnete es auch), doch bei diesem Anblick vergisst man alles. Ich fiel in einen regelrechten Fotorausch.

Zu meinem Glück konnte ich von anderen Besuchern auch noch ein Teleobjektiv leihen, so dass bestimmt das eine oder andere gute Bild dabei sein wird.

Nach ca. einer Stunde machten wir uns auf den Rückweg. Während wir wieder mit dem Bus aus dem Reservat herausfuhren, sagte unser Fahrer, dass über uns ein Kondor wäre. Und tatsächlich, bald sahen wir einen großen Schatten neben unserem Auto. Wir hielten noch mal an und versuchten ein paar Bilder zu machen und zu filmen. Es ist das erste Mal, dass ich einen Kondor in der freien Wildbahn aus solcher Nähe gesehen habe. Sehr eindrucksvoll.
Zu guter Letzt sahen wir noch einen Nandu (ein Laufvogel, einem Strauss nicht unähnlich, nur etwas kleiner). Das hatte sich gelohnt. Jetzt könnten wir von mir aus in die Antarktis fliegen.
Wir gingen noch mal essen, vielleicht ist es das letzte Steak und Bier für dieses Jahr. Alle Expeditionen waren pünktlich um 18:00 im Hotel als die Nachricht kam, dass noch immer zu schlechte Sicht für eine Landung sei. Mir schien aber, dass bis jetzt noch keiner wirklich traurig über diese Botschaft war. Morgen früh werden wir weiter sehen, vielleicht kappt es ja.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 8. Februar 2008 )
 
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