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Zum Lawinenunfall im Khumbu-Gletscherbruch Drucken E-Mail
Geschrieben von Felix Stockenhuber   
Samstag, 9. Mai 2009

Nachdem Walter, Bernice und Lhakpa ungefähr 30 Höhenmeter vor uns die volle Wucht der Lawine abbekommen haben, haben Tomsky und ich an der Felswand den Lawinenabgang ohne gröbere Schäden überstanden.
Daher war es uns auch möglich zusammen mit der indischen Klettergruppe, die mit uns zum Zeitpunkt des Lawinenabgangs auf gleicher Höhe war, bei der Bergung von Bernice und Walter aus der Gletscherspalte, in die sie beim Lawinenabgang gefallen waren, mit zu helfen. Nachdem Bernice nach rund einer viertel Stunde mit leichter Schocksymptomatik aus der Gletscherspalte geborgen werden konnte, dauerte die Bergung von Walter eine halbe Stunde. Walter war zum Zeitpunkt der Bergung bereits in einem ausgeprägten Unterkühlungsschock und wurde unmittelbar nach der Bergung bewusstlos.. Es war daher umgehend notwendig Walter trotz der Gefährdung durch den möglichen Abgang weiterer Lawinen, vor Ort auf ungefähr 5600 Metern mit entsprechender Schocktherapie mit Infusionen und Kreislauf stärkenden Spritzen zu stabilisieren. Erst nach 1 ½ Stunden war schließlich der schwierige Abtransport Richtung B.C. möglich.
Schließlich möchte ich darauf hinweisen, dass es der Geistesgegenwart und des unverzüglichen und hartnäckigen Einsatzes von Frau Dr. Dagmar Wabnig zu verdanken ist, die zufällig bereits im Base Camp war, dass rechtzeitig entsprechende intravenöse Therapie zu mir hinauf in den Gletscherbruch gekommen ist, mit der mir die Stabilisierung des Gesundheitszustandes von Walter schließlich gelungen ist.

Tomsky und Bernice hatten in der Zwischenzeit zusammen mit anderen Helfern die Suche nach unserem seit dem Unglück vermissten Sherpa Lhakpa aufgenommen. Leider konnte unser Sherpa Lhakpa trotz intensiver Suche bis zum heutigen Tag nicht gefunden werden. Er hinterlässt eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Ein entsprechender Spendenfond wurde eingerichtet.


Sherpa Lhakpa Nuru (auf Camp 2 am 06.05.2009


Bergführer, Sherpas und Teilnehmer verscheidender Expeditionen halfen bei der Suche nach dem verunglückten Sherpa Lhakpa Nuru
Letzte Aktualisierung ( Samstag, 13. Juni 2009 )
 
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