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Ein Tag im Basislager Drucken E-Mail
Geschrieben von Tomsky   
Dienstag, 28. April 2009

Wie sieht der Tagesablauf im Basislager aus? Dazu möchte ich erstmal das BC (Basecamp) selbst beschreiben: es liegt auf ca. 5350 m - einer Höhe an die sich der Mensch (ausreichend Zeit vorausgesetzt) gerade noch gut anpassen (akklimatisieren) kann. Diese Anpassung erfolgt indem man nach und nach Höhenimpulse setzt, d.h. man steigt weiter auf, sobald man an eine bestimmte Höhe angepasst ist. Im BC stehen etwa 300 Zelte von verschiedenen Expeditionen aus vielen Ländern. Es gibt sogar eine Bäckerei hier. Versorgt werden diese ganzen Leute durch unheimlich fleißige Sherpas, Träger und natürlich auch Yaks. Täglich wird frisch und gut gekocht. Keiner muss hier Tütensuppen essen, die Sherpas bereiten leckere Speisen zu und wenn jemand unbedingt Schokoladenpudding oder Pizza will, dann bekommt er das sogar. Und so beginnt bei uns der Tag im BC: gegen 8:00 Uhr kommt Krishna, einer unserer Sherpas, am Zelt vorbei und weckt mich mit den Worten: "hello, good morning, tea please". Ich rutsche müde mit dem Schlafsack zum Eingang des Zeltes und öffne es. Die Sonne scheint herein und Krishna ist schon bester Laune. Er reicht mir eine Tasse Tee herein, den ich langsam wach werdend schlürfe. Langsam wird es immer wärmer im Zelt und vor allem im Schlafsack. Zeit aufzustehen. Falls ich doch noch einmal einschlafe, kommt Krishna noch einmal vorbei und weckt mich mit den Worten: "hello, please, breakfast ready". Dann gehe ich ins Esszelt. Vor dem Esszelt steht ein Kübel mit warmen Wasser, wo man sich waschen und die Zähne putzen kann. Diese Gelegenheit nutze ich alle paar Tage mal. Im Esszelt kommen wir fünf immer zusammen. Hier steht ein großer Tisch, es gibt eine Gasheizung und Licht. Außerdem haben wir hier Strom über Solarpanelen und ein Satellitenterminal, mit dem wir eine Internetverbindung herstellen können.
Zum Frühstück gibt es u.a. Porridge, Toast, Marmelade, Spiegelei, Käse, Honig, Teigfladen, Pfannkuchen und einiges mehr. Für Getränke wie Tee oder Kaffee steht stets heißes abgekochtes Wasser bereit. Nach dem Frühstück sitzen wir meist noch beisammen oder es stehen Filmaufnahmen, Filmschnitte oder Webübertragungen an. Manch einer verkriecht sich auch noch einmal in sein Zelt und genießt die Ruhe.
13:00 Uhr gibt es Mittag, um alle herbeizutrommeln klopft ein Sherpa mit dem Kochlöffel auf einen Kochtopf - das ist das Signal zur Nahrungsaufnahme. Den Nachmittag verbringt auch jeder wie er möchte: Schlafen, Duschen, Wäsche waschen, mit anderen Teams im Basecamp plaudern oder eben filmen, fotografieren, E-Mails schreiben.
19:00 Uhr ist Abendessen, da ist es dann schon kalt im Esszelt und wir schüren die Gasheizung an. Dann wird es gemütlich warm. Gegen 21:00 Uhr verschwinden wir dann meistens mit einer Thermoskanne voll heißen Tee in unsere Zelte. Da jeder Licht in seinem Zelt hat, kann er dann noch lesen oder an seinem Tagebuch schreiben. So sieht ein Tag im Basecamp am Everest aus.


Blick am Morgen aus meinem Zelt


wieder einmal blauer Himmel und Blick auf den Pumori


das Abendessen wird serviert


die Sherpas kochen ganz lecker für uns

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 13. Juni 2009 )
 
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