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Verschlafen Drucken E-Mail
Geschrieben von Tomsky   
Dienstag, 21. April 2009

Wir haben verschlafen - was soll man dazu sagen? Geplant war um 2:30 Uhr aufzustehen und um 3:00 Uhr loszugehen. Als letzter bin ich um 3:30 Uhr aufgestanden (mehrere erfolglose Weckversuche), bis ich angezogen war vergingen weitere 15min und dann noch Probleme mit unseren Meßinstrumenten. Bei einigen Aufstiegen schlucken wir Kapseln, die für 72 Std. im Körper bleiben und die Körperkerntemperatur an ein Meßinstrument übertragen, dass später am Laptop ausgelesen werden kann. Die Daten werden dann per E-Mail übermittelt und innerhalb einer Forschungsarbeit ausgewertet. Wie dem auch sei, die Kapseln hatten wir zwar schon geschluckt, die Aufzeichnungsgeräte bekamen wir aber nicht zum Laufen. 4:20 Uhr kamen wir endlich los. Das ist zu spät für eine komplette Durchquerung des Khumbu-Eisbruchs. Der obere Teil - auch Popcorn-Area genannt - würde schon in der Sonne liegen, bevor wir ihn erreichten. Dann wird es zu gefährlich, da plötzlich Seracs (Eistürme) herunterbrechen können. Wir sind deshalb nur etwa ein Drittel aufgestiegen (bis zu den ersten Leitern) und sind dann umgekehrt. Morgen werden wir früher aufstehen und es noch einmal versuchen.

Nach dem kleinen Ausflug am Morgen haben wir uns gedacht jetzt wäre ein Espresso recht. Ich habe eine Espressomaschine dabei und in Namche Bazar haben wir 3 kg Kaffee gekauft. Walter war damals der Meinung, dass es besser sei ganze Bohnen zu kaufen, weil die das Aroma länger behalten. Leider haben wir aber im Basecamp keine Kaffeemühle und mit ganzen Bohnen arbeitet meine Maschine nicht. Bisher haben wir drei Möglichkeiten getestet, wie wir den Kaffee mahlen können. Die erste funktioniert prinzipiell, ist aber aufwendig: die Kaffeebohnen auf einer flachen Steinplatte mit einem Stein zu zerreiben. Die zweite ist noch aufwendiger, liefert aber die gewünschte feine Körnung nicht: mit der Zange vom Leatherman-Tool die Bohnen zu zerquetschen. Die dritte kann man schon fast als effektiv bezeichnen: Walter hat bei den Sherpas in der Küche ein Nudelholz aufgetrieben und versucht die Bohnen plattzuwalzen. Mit dieser Methode kann man größere Mengen verarbeiten. Ganz stolz haben wir die Maschine mit den - zugegeben grob gemahlenen -Kaffeepulver gefüllt und auf den Herd gestellt. In einer Höhe von 5350 m kocht das Wasser schnell und nach zwei Minuten war der Espresso fertig. Dachten wir. Leider erinnerte die Färbung eher an dünnen schwarzen Tee und vom dem ersehnten Duft + Geschmack fehlte natürlich jede Spur. Was für eine Pleite, den heutigen Tag können wir wirklich aus dem Kalender streichen. Falls jemand eine brauchbare Vorschläge hat, wie wir den Kaffee pulverisieren können kann er/sie uns die gerne mailen. Ansonsten schenken wir die 3 kg Kaffee den Sherpas.


der Khumbu Eisbruch


einteilige Leitern über die Gletscherspalten sind keine große Sache, interessant wird es wenn mal mehr als drei aneinander gebunden sind


einerseits ist der Eisbruch gefährlich, andererseits aber auch unheimlich faszinierend

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 13. Juni 2009 )
 
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