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Kilimanjaro - Hakuna Matata (no problem) Drucken E-Mail
Geschrieben von Tomsky   
Samstag, 27. Dezember 2008
22.12.08 Moshi (845 m) - Umbwe Gate (1640 m) - Umbwe Cave Camp (2930 m)
Ich kann es kaum glauben, jetzt geht es endlich los zur Tour auf das Dach Afrikas. Mit Jeffery, meinem Guide, fuhren wir mit dem Jeep nach Moshi. Hier stießen 4 Träger und ein Koch zu uns. Luxus pur für einen einzigen Bergsteiger! Sie kauften noch Essen ein, dann fuhren wir weiter zum Umbwe Gate, dem Ausgangspunkt unserer Tour. Hier packten die Träger die Lasten in für sie transportable Einheiten zusammen. Meine Tasche wog 15 kg. Der Träger, der sie trug, packte noch einen Campingtisch + Stuhl darauf (dass diese Dinge für bestimmt waren wusste ich noch nicht) und lud sich das Ganze auf den Kopf.
Es ging leicht bergauf durch hohen, dichten Wald, der viel Schatten spendete. Nach  4 ½ h kamen wir am Umbwe Camp an. Von den 4 Zelten, die die Leute aufstellten, "gehörten" zwei mir: eins zum Essen und eins zum Schlafen. Der Tisch und der Stuhl standen vor einem der Zelte. Bald wurde das Essen serviert. Vorher jedoch brachte Ramse, der Koch, eine Schüssel warmes Wasser zum Waschen. So fühlt sich also Bergsteigen am Kilimanjaro an.

23.12.08 Umbwe Cave Camp (2930 m) - Baranco Camp (3960 m)
Das Licht der aufgehenden Sonne schimmerte durch die Bäume über dem Camp. Nach dem Frühstück steigen wir auf. Das Wetter war perfekt, nicht zu warm und windstill. Man konnte im T-Shirt gehen. Es ging steil bergauf über Steine und Wurzeln. Sogar eine kleine Kletterstelle gab es zu überwinden. Bald kamen wir in die nächste Vegetationszone, die Bäume wurden niedriger und lichter. Die Landschaft hatte etwas Mystisches an sich. Weiter oben kamen wir in eine Moorlandschaft mit Riesensenecien und Lobelien. Es ging immer weiter den Umbwe Bergkamm hinauf bis zum Barranco Camp, das wir nach 4 ¾ h. erreichten.

24.12.08 Barranco Camp (3960 m) - Baranco Wall (4300 m) - Karanga Camp (4035 m)
Die Nacht war ruhig, man hörte nur das Rauschen des Barranco Rivers. Beim Frühstück konnte ich den Blick auf die Western Breach Wall genießen. Unser Weg führte jedoch rechts davon über die Barranco Wall hinauf. Hier gab es wieder einzelne leichte Kletterpassagen. Die Steine waren glitschig, denn es regnete leicht. Nach einer guten Stunde erreichten wir das Ende der Wand auf 4300 m. Jetzt ging es bergauf bergab bis zum Karanga Camp. Die steinige karge Landschaft erinnerte mich an den Aconcagua. Nach 3 ¾ Std. erreichten wir das Camp. Kurz darauf begann es in Strömen zu regnen. Irgendwo im Camp dudelte ein Radio. Sie spielten "Holy Night" und "Let it snow". Herzlichen Glückwunsch! Aber schließlich war heute Heiligabend. Ich bekam ein Candle Light Dinner in meinem Zelt serviert, das ich im Schlafsack genoss.
Im Tal konnte ich die Lichter von Moshi und Arusha sehen und über mir erstrahlte ein Himmel mit Millionen von Sternen. Direkt vor mir stand - quer - das Sternbild des Orion.

25.12.08 Karanga Camp (4035 m) - Barafu Camp (4640 m)
Unten in dem Tal ragte der Mount Meru aus der Ebene heraus und über mir war der Gipfel des Kilimanjaro zum ersten Mal ganz klar zu sehen. Nach einem gemütlichen Frühstück gingen wir die heutige Tagesetappe an. Die 650 Hm legten wir in 1:40 h zurück. Hätte Jeffery nicht auf einer Zigarettenpause bestanden, hätten wir es in 1:30 h schaffen können. Vom Barafu Camp würden wir heute Nacht zum Gipfel starten. Ich fühlte mich topfit und bestens akklimatisiert. Wir wollten den Uhuru Peak bei Sonnenaufgang erreichen.

26.12.08 Barafu Camp (4640 m) - Uhuru Peak (5895 m) - Mweka Camp (3080 m)
Wir starteten um 1:00 Uhr. Jeffery ging mit seiner Taschenlampe voraus und ich folgte ihm. Zunächst ging es 140 Hm über plattige Felsen/Steine hinauf. Gedanklich hatte ich mir die Tour in vier 300 Hm Abschnitte eingeteilt. Das erste Viertel ging ganz gut aber ich bekam Kopfschmerzen. Eine Kopfschmerztablette zeigte insofern Wirkung, als das ich davon etwas neben mir war.
Die Nacht war windstill aber kalt. Während ich aufstieg verfolgte ich drei Gedanken: 1. immer schön rhythmisch gehen und gleichmäßig atmen, 2. jeder Schritt führt mich dem Gipfel ein Stück näher 3. oben am Uhuru Peak sitzt der Weihnachtsmann und ich kann mir mein Geschenk (den Gipfel) heute abholen.
Jeffery sagte, wir lägen mit 300 Hm/h gut im Rennen und schaffen es wie geplant bis zum Sonnenaufgang zum Gipfel. Das nächste Stück bis zum Stella Point nannte er den "killing part", während der Rest dann nur noch "a piece of cake" sei. Ich stellte mich darauf ein, denn die nächsten paar hundert Höhenmeter waren wirklich ziemlich steil.
Als wir den Stella Point (5730 m) passierten ging gerade die Sonne auf. Erst zeigte sich nur ein roter Streifen am nachtschwarzen Himmel. Dann begann ein fantastisches Farbspiel, die aufgehende Sonne ließ die Gletscher am Gipfel rot erstrahlen. Vor uns lag der Krater, rechts von uns der Mawenzi Peak und links der Uhuru Peak - der höchste Punkt Afrikas, dessen Spitze wir um 6:35 Uhr erreichten. Allerdings lud das Dach Afrikas nicht gerade zum Verweilen ein, denn es war kalt und windig. Nach ein paar Fotos machten wir uns an den Abstieg. Vor uns lag noch ein weiter weg: der Abstieg bis zum Mweka Camp auf 3080 m.
Das Mweka Camp erreichten wir gegen 14:30 Uhr. Wir verbrachten wir die letzte Nacht am Kilimanjaro.

27.12.08 Mweka Camp (3080 m) - Mweka Gate (1640 m)
Ein letztes Frühstück am Berg. Ein paar Fotos, dann der Abstieg ins Tal. Unterwegs konnte ich ein paar Affen fotografieren. Nach 2 ¼ h erreichten wir den Parkeingang und waren am Ende unserer Tour.
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 20. Januar 2009 )
 
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